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Zuckerersatzstoffe bei Hund und Katze: Die unterschätzte Gefahr

LIebe Freunde und Kunden von Auenland, 

wie im Newsletter beschrieben, ist genau die Situation einer Kundin von uns passiert. Das belächelte Ausschlecken eines Eisbechers war beinahe die Todesfalle für den Vierbeiner. 
Um Sie und Ihr Tier zu schützen, haben wir diesen Blogbeitrag geschrieben. Leiten Sie ihn gerne an Freunde weiter. Es ist wichtiger Hinweis.

BLOGBEITRAG:
Ein ausgeschleckter Eisbecher, ein Stück Kaugummi aus der Handtasche oder ein Klecks zuckerfreie Erdnussbutter. Was für uns harmlos erscheint, kann für Hunde innerhalb kurzer Zeit zum lebensbedrohlichen Notfall werden. Besonders tückisch: Viele Produkte werben heute mit Begriffen wie „zuckerfrei“, „ohne Zuckerzusatz“, was für Tierbesitzer auch als "für Tiere geeignet" gelesen werden könnte. Dahinter verbergen sich jedoch häufig Zuckerersatzstoffe, die für Haustiere sehr unterschiedlich gefährlich sind.

Während einige Süßstoffe weitgehend unproblematisch sind, kann bereits eine kleine Menge Xylit bei Hunden zu schweren Vergiftungen, Leberversagen und sogar zum Tod führen.

Warum reagieren Hunde anders als Menschen?

Der Stoffwechsel von Hund und Katze unterscheidet sich hier deutlich von unserem. Ein Zuckerersatzstoff, der beim Menschen kaum Auswirkungen auf den Blutzucker hat, kann beim Hund eine massive Ausschüttung von Insulin auslösen. Dadurch fällt der Blutzuckerspiegel innerhalb kurzer Zeit dramatisch ab. Die Folge sind Unterzuckerung, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall der Tod.

Xylit (Birkenzucker) – Der gefährlichste Zuckerersatzstoff für Hunde

Wo steckt Xylit drin?
Xylit findet sich heute in zahlreichen Produkten

- Zuckerfreie Kaugummis
- Zuckerfreie Bonbons
- Eis und Frozen Yogurt 
- Proteinriegel 
- Keto-Produkte 
- Zuckerfreie Backwaren 
- Zahnpasta 
- Mundspülungen
- Hustenbonbons 
- Vitamin-Gummis
- Nahrungsergänzungsmittel
- Einige Erdnussbutter-Sorten 
- Zuckerfreie Marmeladen und Aufstriche 

Was passiert im Hundekörper?
Nach der Aufnahme wird Xylit sehr schnell aus dem Darm aufgenommen. Der Hundekörper interpretiert Xylit fälschlicherweise als große Menge Zucker und schüttet enorme Mengen Insulin aus. Teilweise das Drei- bis Siebenfache dessen, was für normalen Zucker notwendig wäre. Dadurch sinkt der Blutzucker innerhalb von 30 bis 60 Minuten drastisch ab.

Typische Symptome:
- Erbrechen 
- Schwäche 
- Taumeln
- Zittern
- Orientierungslosigkeit 
- Krampfanfälle 
- Bewusstlosigkeit 
- Koma

Bei höheren Mengen kommt zusätzlich eine schwere Schädigung der Leber hinzu. Diese kann innerhalb von 24 bis 72 Stunden zu akutem Leberversagen führen.

Ab welcher Menge wird es gefährlich? 
Veterinärtoxikologen gehen von folgenden Richtwerten aus:
- Bereits ab etwa 100 mg Xylit pro kg Körpergewicht können schwere Unterzuckerungen auftreten. 
- Ab etwa 500 mg pro kg Körpergewicht steigt das Risiko für akutes Leberversagen erheblich.

Beispiel: 
Ein Hund mit 10 kg Körpergewicht kann bereits durch etwa 1 Gramm Xylit lebensbedrohlich vergiftet werden. Da einzelne Kaugummis je nach Marke zwischen etwa 0,3 und über 1 Gramm Xylit enthalten können, kann bereits ein einziges Stück für kleine Hunde kritisch werden.

Und Katzen?

Die gute Nachricht: Nach aktuellem Wissensstand reagieren Katzen auf Xylit deutlich weniger empfindlich als Hunde. Die für Hunde typische massive Insulinausschüttung wurde bei Katzen bislang nicht nachgewiesen. Trotzdem gilt:
- Katzen sollten keine Produkte mit Xylit aufnehmen.
- Für sehr hohe Mengen existieren nur wenige Studien.
- Bei Verdacht auf Aufnahme sollte immer ein Tierarzt kontaktiert werden.

Stevia – Gefahr oder nicht?

Stevia wird aus der Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen. Nach aktuellem Kenntnisstand gilt Stevia für Hunde und Katzen als nicht giftig. Die ASPCA stuft die Pflanze ausdrücklich als ungiftig für Hunde und Katzen ein. 

 

Erythrit, Sorbit, Maltit und Mannit (deutlich sicherer als Xylit)

Erythrit gehört ebenfalls zu den Zuckeralkoholen. Anders als Xylit löst Erythrit beim Hund normalerweise keine gefährliche Insulinausschüttung aus. Vergiftungen mit Unterzuckerung oder Leberversagen sind bislang nicht bekannt. 
Mögliche Folgen größerer Mengen:
-Durchfall, Bauchschmerzen und oder Blähungen. Deshalb sollte Ihr Tier hiervon nichts aufnehmen. 

 

Hier kommen einige Produkte, die besonders häufig zur Vergiftung führen: 

ProduktRisiko
Zuckerfreie Kaugummis Sehr hoch
Zuckerfreie Bonbons Sehr hoch
Zahnpasta Sehr hoch
Mundspülungen Hoch
Proteinriegel Hoch
Keto-Snacks Hoch
Eis mit Zuckerersatzstoffen Hoch
Zuckerfreie Erdnussbutter Hoch
Vitamin-Gummis Mittel bis hoch
Hustenbonbons Mittel bis hoch
Nahrungsergänzungen Mittel bis hoch

Darum sind Eisbecher besonders tückisch

Viele Menschen achten darauf, dem Hund kein Eis zu geben. Der eigentliche Unfall passiert jedoch oft anders: Der Hund schleckt einen abgestellten Eisbecher aus oder schlecken fallen gelassenes Eis auf. Löffel werden abgeleckt. Von "außen" sehen können Sie nicht, ob sich Zucker oder ein oben genannter Zuckerersatzstoff darin befindet. Deshalb gilt:
Lassen Sie Ihren Hund grundsätzlich keine Reste aus Eisbechern, Verpackungen oder Dessertschalen ausschlecken.

Was tun bei Verdacht?  Wenn Ihr Hund möglicherweise Xylit aufgenommen hat gilt: 

  1. Ruhe bewahren.
  2. Verpackung sichern.
  3. Sofort Tierarzt oder Tierklinik kontaktieren. (Auenland Pro-Tipp: speichern Sie Tierarzt- und Tierklinik Nummern immer in Ihrem Handy ab)
  4. Nicht erst auf Symptome warten.

Bereits innerhalb von 30 Minuten können lebensgefährliche Veränderungen auftreten. Je früher behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen.

Merken Sie sich vor allem einen Namen: Xylit.

Wenn dieser auf der Verpackung steht, gehört das Produkt konsequent außer Reichweite von Hund und Katze.

Teilen Sie gerne diesen Blogbeitrag, um weitere Tierbesitzer darauf aufmerksam zu machen. Und bitte bleiben Sie und Ihre Tiere gesung. 

Herzlich, 
Anna Jetter + das gesamte Team von Auenland-Konzept

 

 

 

 

Die Informationen in diesem Beitrag basieren auf Veröffentlichungen der FDA, der Cornell University College of Veterinary Medicine, dem Merck Veterinary Manual, der ASPCA Animal Poison Control sowie veterinärmedizinischen Fachpublikationen.

U.S. Food and Drug Administration (FDA)
„Paws Off Xylitol: It's Dangerous for Dogs“
https://www.fda.gov/animal-veterinary/animal-health-literacy/paws-xylitol-toxic-dogs

Cornell University College of Veterinary Medicine
„Xylitol Toxicities in Dogs“
https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/riney-canine-health-center/canine-health-information/xylitol-toxicities

Merck Veterinary Manual
„Xylitol Toxicosis in Dogs“
https://www.merckvetmanual.com/toxicology/food-hazards/xylitol-toxicosis-in-dogs

ASPCA Animal Poison Control Center
„Stevia (Stevia rebaudiana)“
https://www.aspca.org/pet-care/animal-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants/stevia

PetMD
„Xylitol Poisoning in Dogs“
https://www.petmd.com/dog/poisoning/xylitol-poisoning-in-dogs



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