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Hannah, 11 Jahre

Im Fachbereich Zeugen- und Prozessbegleitung unterstützt PräventSozial Zeug*innen im Strafverfahren, insbesondere Betroffene schwerer Gewalt- und Sexualdelikte. 

Hannah ist elf Jahre alt und mutmaßlich Betroffene von sexuellem Missbrauch durch den Großvater. Sie soll in ein paar Tagen bei der Polizei im Rahmen einer richterlichen Videovernehmung eine Aussage machen und dort der Richterin erzählen, was ihr widerfahren ist. Hannah hat große Angst vor diesem Termin. Das Mädchen reagiert auf die durchlebten traumatischen Missbrauchserlebnisse autoaggressiv und verletzt sich dabei regelmäßig selbst. Die Mutter beschreibt eine hohe psychische Belastung ihrer Tochter, die sich unter anderem in Schlafstörungen sowie einer massiven Verschlechterung ihrer schulischen Leistungen äußert.

Es wird ein Kennenlerntermin zwischen Watson und Hannah vereinbart. Schon beim Anblick des Hundes beginnt Hannah zu lächeln. Während die Prozessbegleiterin und ihre Mutter miteinander ins Gespräch kommen, kümmern sich Watson und seine Hundeführerin um das Mädchen. Bei einem gemeinsamen Spaziergang wird Hannah angeleitet mit Watson kleine Übungs- und Spieleinheiten durchzuführen. Sie gewinnt dadurch an Sicherheit im Umgang mit dem Hund und ruft ihrer Mutter immer wieder stolz zu, dass sie herschauen soll, wie toll Watson auf sie hört. Am Ende des Spaziergangs kommt die Sprache auf den Ablauf der anstehenden Zeugenvernehmung. Das Mädchen verliert schlagartig die Leichtigkeit, mit der sie eben noch mit dem Hund gespielt hat. Ihr wird versprochen, dass Watson am Vernehmungstag die ganze Zeit bei ihr ist, sie begleitet und nicht von ihrer Seite weicht. Hannah lächelt.

Am Vernehmungstag ist Hannah sichtlich aufgeregt und wirkt überfordert mit der Gesamtsituation. Als sie Watson sieht, entspannt sich ihre Mimik leicht. Sie darf Watson an der Leine ins Gebäude führen. Mit dem Hund an ihrer Seite macht sie auch hinsichtlich ihrer Körperhaltung einen sichereren Eindruck. Die Vernehmung findet in einem extra für Kinder eingerichteten Zimmer mit kleiner Sitzecke und einigen Spielsachen statt. Hannah wird erklärt, dass in diesem Raum Kameras sind, worüber sie die anderen Verfahrensbeteiligten sehen und hören können. Während der Vernehmung hält Hannah die ganze Zeit über Watsons Leine fest in ihren Händen. Der Golden-Retriever-Rüde liegt zu ihren Füßen auf einer Decke. Manchmal nutzt sie ihn als Ankerpunkt und schaut eine Weile auf den ruhenden Hund, wenn sie eine Frage der Richterin nicht gleich beantworten kann oder will. Hin und wieder greift sie in das weiche Fell des Hundes, vor allem an Punkten der Vernehmung, die ihr schwer zu fallen scheinen. Schließlich sind alle Fragen der Richterin beantwortet. Nach einer kurzen Unterbrechung, die Hannah dazu nutzt, mit Watson auf dem Boden zu kuscheln, teilt die Richterin ihr mit, dass die anderen Verfahrensbeteiligten keine weiteren Fragen haben. Die Vernehmung ist damit beendet. Das Mädchen wirkt sichtlich erleichtert. Sie führt Watson aus dem Gebäude.  

Hannah hat sich gewünscht, mit Watson nach ihrer Aussage noch einen gemeinsamen Spaziergang zu machen. Der gutmütige Rüde läuft dabei freudig hinter Hannah her. Der Spaziergang und die frische Luft tun beiden gut. Hannah fällt der Abschied von Watson zwar schwer und auch wenn er ihr an diesem Tag eine große Stütze war, ist er dennoch mit der Vernehmung und damit auch ein Stück weit mit dem verknüpft, was ihr Schlimmes widerfahren ist. Sie gibt Watson zum Abschied einen Kuss auf den Kopf und rennt zu ihrer Mutter.  

Zum Hintergrund: Besteht eine Grundaffinität zu Hunden wirken diese nachweislich beruhigend. Die Anwesenheit und der Kontakt zu ihnen hemmt die Produktion des Stresshormons Kortisol, führt zur Aktivierung des Bindungshormons Oxytozin und zur Regulation der Pulsfrequenz. Dies führt physiologisch zu einem Gefühl der Entspannung. Der Spaziergang mit Watson nach der Vernehmung und die damit verbundene Bewegung trägt zu einem Abbau der (Muskel-) Anspannung sowie zur psychischen Ablenkung von den kritischen Belastungsmomenten der Aussagesituation bei.

 

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